I’ve been waiting for tomorrow….all of my life

Der Titel klingt düsterer, als es im nachfolgenden Essay erscheint. Eben diesen habe ich soeben auf meiner vor Monden gelikeden (?hahaha) Seite von der 80er Jahre Band „The The“ geklaut, denn irgendwie hat es justamente eine Reaktion in mir ausgelöst, eine kurzschlüssige Synapsen- Aktivität, die manchmal, leider nicht mehr in der Häufigkeit wie noch vor Jahren- bzw. durch alltägliches, zeitverschwenderisches Gewusel nicht mehr ganz so offensichtlich durchdringt und deswegen spärlich erscheint und nur ab und an sofort- wie diesmal- direkt den Anker wirft aber es immer wieder hervorragend ist, sich in einem solchen Moment zu ertappen und inne zu halten und sich auch drauf einzulassen. Nach wiederauffrischender Lyrics- Durchsicht überkommt mich ein Gefühl des Wehmuts; wie klar waren doch damals Songtexte konzipiert, bzw. haben einen in irgendeiner bekannten Situation, nachvollziehbar und fast spionagegleich realitätsgetreu abgeholt und (gefühlt) angesprochen, als hätte der Interpret eigentlich dich angesprochen, zumindest eine genaue Vorstellung von dem Leben, in dem du dich befindest, hat und genau deswegen diesen einen Song heraus bringt. Ein wirklich unfassbares Gefühl. Wäre man mit einer gesangstauglichen Stimme gesegnet, hätte man es nicht besser in Worte und vertont fassen können.

…durchforste gerade vermeintliche Entwürfe und muss feststellen, dass ich keine Ahnung habe, was ich damit aussagen wollte oder meine finale Aussage war; teile es trotzdem, schmerzfrei, da ich den eigentlichen Ansatz ziemlich gut finde!

#gedankenwirrwarr#leiderdenfadenverloren

Sozial kompatibel musste sein oder: Privatleben ist auch nicht so schlecht

Diese Woche war eine echte Herausforderung bezüglich beruflicher Termine und privater Herausforderungen. Es ging gleich letztes Wochenende los, als ich von einer verkäuflichen, wahrscheinlich letzten seiner Art, erhältlichen Karte für das am Montag statt findende, legendär anmutende, „Rancid“ Konzert angeboten bekam. Vorausgehend war meine spontane, ursprüngliche Vorab- Daseins- Berechtigung für dieses Event, denn ich bin kurz vor Weihnachten ins Lutetia, nur um ein paar Leuten “ Hallo!“ zu sagen, auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty einer Freundin im benachbarten Brauhaus. Mein alter- und schwer geliebter Nachbar- nimmt an diesen monatlichen Musik- Quizzen Teil und es war ein solcher Abend; deswegen war ich auch, ohne dies akut zu wissen, sehr verblüfft, all diese bekannten Menschen adhoc an diesem Platz an zu treffen. Nach gefühlter 90er Jahre bekanntheitsgradempfundener Popularität in dieser Lokalität und der einher gehenden ausufernden Begrüßungen all dener, die ich seit Monden nicht- allesamt auf einem Haufen zumindest- mehr gesehen habe und nun erleben musste, stach eine direkt an mich gerichtete Frage eben dieses Nachbarn hervor: D. kann nicht mitkommen, was machst du am 12.6.? Ich so: WAS? Er so: Rancid, man! Ich hab‘ zugesagt, instant, um allerdings keine 5 Minuten später erneut nach zu fragen, zu wem ich jetzt mit ihm gehe. Erschien schon seltsam, ihm auf jeden Fall, mir war es wahrlich nicht so denkbar legendär in diesem Moment, also erschloss sich mir der Sinn nicht ganz. Hab’s beiseite geschoben und mich meinem zukünftigen Quiz- Team der kurzen, verbleibenden Zeit gewidmet. Ich versprach ab nächstem Jahr auch dabei zu sein ( warum auch immer werde ich als Geheimwaffe des Musikwissens gehandelt und es wird ehrlich Wert auf meine Anwesenheit gelegt! 🤘😎) und verlasse kurzerhand den Laden, um meiner Freundin Tribut zu zollen und ziehe weiter ins Brauhaus. Ich bin fast die letzte, die ankommt, obwohl es erst kurz nach halb acht ist. Der Abend sprengt seit langem alle Feierrekorde und ich erlebe noch fast bei Sinnen eine Kiezkneipe in meinem eigenen Kiez, die ich noch nichtmals vom Vorbeifahren wahr genommen habe!

Aber zurück zu dieser Woche und dem Angebot, welches dieses legendäre Rancid- Ding betrifft. Mein Nachbar hat wohl wissend zur Kenntnis genommen, dass alleine mein Nachfragen darauf schließen lässt, dass ich nicht voll und ganz Feuer und Flamme war, was offenbar erwartet wurde. Also bekomme ich vorletzte Woche eine Nachricht, von eben diesem, ob ich nicht bereit wäre, diese Karte an einen „wirklich“ interessierten Freund von ihm ab zu treten. Ich bin mittlerweile natürlich auf Kurs und war schon in übelster Ohrenvorbereitung auf dieses Event, muss aber tatsächlich eingestehen, dass ich am nächsten Tag um 7 Uhr (!) in Brandenburg sein muss, da Firmenveranstaltung, also gebe ich die Karte frei. Nun kommt also aber dieses Angebot von der Freundin letzten Samstag und ich hardere wirklich mit mir, denn Rancid kenne ich tatsächlich schon seit über 20 Jahren und bin übelst im Zwiegespräch- sage dann aber doch nicht zu, denn ich würde es nicht auf die Reihe bekommen, das Berufliche am nächsten Tag. Kann damit auch gut leben, denn den Donnerstag davor, habe ich schon ein Konzert am hiesigen Mittwoch in der Zitadelle zugesagt, fast nur des Namens wegen, denn die Frage war: Hey Stef, hast du Lust am Mittwoch mit zu „Wars on drugs“ zu kommen? Ich so: Cool, 3 chicks on speed! Hell, yes! 😂🤭 Blöder Weise konnte ein Freund nicht und so ergab sich dieses Ticket. Ich kenne und kannte nur einen Song- die Truppe hat den Ausschluss gegeben und das Wohnzimmer Zitadelle den Rest. Ich hole also Dienstag die Karte bei dem Freund ab, der verhindert ist und bleibe auf eine Zigarette. Wir haben uns seit meiner großen Party letztes Jahr nicht mehr gesehen, wir beide denken schon aber ich konnte es an nichts fest machen. Ich werde- nicht umsonst – auf nicht abgesagte Quiz- Nights angesprochen und finde nur schwer überzeugende Ausreden, die mit folgenden Worten begleitet werden und mir ernsthaft zu denken geben: Man Stef, manchmal muss man einfach auch mal persönliche Kontakte pflegen und sich ‘ne Auszeit nehmen! Ich bin ja eine ziemlich spontan Transfer leistende, reflektierende Person und ertappe mich als erstes trotzdem dabei, dass ich auf alles Mögliche anspreche, mich entschuldige und Besserung gelobe, ich natürlich ein Privatleben habe und nur innerhalb der Woche nicht kann, weil es mein Zeitplan einfach nicht her gibt. Ich soll mich ja nur nicht vollkommen vergessen und einfach mehr leben ist die Antwort. Shit! WTF? Ich lebe ja schon ein echt tolles Leben, finde ich, sage aber nichts dazu, denn ich weiß, was er meint und er hat Recht. Ein erstes Zeichen habe ich ja mit dem Konzert am Mittwoch gesetzt, wissentlich am nächsten Tag zu unchristlicher Zeit wieder raus zu müssen, so what?

Aber es bleibt im Kopf und ich denke wirklich darüber nach, nicht, dass ich das vorher nie getan hätte.

Ich habe schon so vieles in den letzten Jahren abgesagt, weil es mir zu anstrengend erschien, mir zeitlich nicht gepasst hat und, und,und …Eine Sache, die früher niemals passiert wäre- denn wenn ich für etwas unter anderem bekannt war, ist es Spontaneität, die wahrlich in den letzten Jahren auch gelitten hat. Nicht, daß ich Fan davon bin aber ich ertappe mich dabei, eher die Faulheitskarte aus zu spielen, als dass ich aktiv werde. Und so telefoniere ich heute mit R. um zu erfragen, wie es ihm geht und er fragt zurück, wie das Konzert war, und so reden wir eine kurze Weile miteinander, bis ich ihm sage, dass seine Worte neulich echt bleibendes Nachdenken bewirkt haben. Ich erzähle so vor mich hin, entschuldige mich erneut für zahlreiches Nichterscheinen, was dem mannigfaltigen Kontakt mit Menschen zugrunde liegt, den mein Job mit sich bringt und die Couch sometimes in den Fokus stellt aber räume ein, dass ich gewillt bin, dies zu ändern. Nicht jede Woche aber zumindest in einem gewissen Turnus- kein Versprechen! Aber er hat ja Recht! Manchmal muss man einfach seinen inneren Schweinehund überwinden, so wie beim Sport – und das gelingt mir ja auch 2 Mal die Woche, also: Attacke!!! Einfach mal wieder mehr Zeit mit Freunden und privater Zeit im Kreise eben dieser verbringen ist der neue Weg! Man muss einfach mal wieder auf simpelste Dinge, selbstverständlich eigentlich, angesprochen werden, dann läuft die Maschine auch mal außerhalb des To- Do- Modus!

Off- Topic: Ich habe diese Woche auch mal wieder was für meinen eigenen Seelenfrieden getan: Queens of the Stoneage und PJ Harvey- Tickets gekauft, beides übrigens mitten in der Woche! Yeah! Stimmt nicht ganz, PJ ist Samstag, hab ich grade gesehen aber das zählt nicht!

Und jetzt doppelt Off- Topic: Ich bin sehr wohl an gruppendynamischer und gar einzelner Freundschaftsaktivität beteiligt und maßgeblich der Ansporn , aber manchmal kommen halt trotz Absprachen mehr Absagen, als Zusagen…kann ich ab, denn: was wäre ich für eine Freundin, wenn ich da Veto einlegen würde??!

I wish you all a happy weekend! Mine will be fucking cool, denn ich habe 30- jähriges Abi- Treffen und vorab eine wirklich gechillte Gartenparty….so long, fare well, good bye!

…ist ein Entwurf aus 2022… trotzdem für gut befunden…ein bisschen wirr vielleicht aber auch geradeaus…

You never know

Der Moment, wenn du nach 852 Kilometern und fast acht Stunden Fahrt Rückreise endlich Zuhause ankommst und feststellst, dass dein Mann zwar freudig empfangsbereit zur Seite steht, da dein Skireisekoffer soviel wiegt, als wärst du kurzzeitig ins Exil gezogen und er aufgrund deines Anrufs herunter kommt, um eben diesen in den zweiten Stock zu hieven, aber gleichzeitig feststellen musst, dass dein Göttergatte nur diesen Moment abgepasst hat, um danach, wegen Gestern, instead Couching ist, war schon emotional. Aber genau deswegen befindet ich mich jetzt in dieser Situation: acht Stunden später will ich einfach nicht müde werden und beschließe vom Blabla- TV auf gehaltvollere Unterhaltung zu switchen. Kein geringerer als David Lynch darf es sein und ich schalte via FireTV auf Prime um. Ohne es zu ahnen, wird das Sofa wach und erklärt mir, dass DL nur über Netflix zu sehen ist, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Oh, okay. Der Daumen richtet es und es ist blitzschnell umgeschaltet. Tadaaa! ( Knicks) Erstaunlicherweise ist es aber tatsächlich so und es offeriert sich mir das fast komplette Portfolio des Meistes.

Eigentlich wollte ich Twin Peaks- The movie schauen aber ist mir nach 3 Bieren und einer umfangreichen Wanderung durch die Welt der Obstgärten, in Form von Selbstgebrannten slowenischem Schnaps fast egal und auch zuviel der Auswahl, deswegen klicke ich auf „Play“ und schaue umgehend den Film, den ich vermeintlich auswendig kann. Kann ich aber nicht. Blue Velvet’s Intro, und ich meine das kurze Intro am Anfang, wo der Hund durch den Rasensprenger springt und trinkt und ein etwa 1 1/2 jähriges Minikind die Einfahrt empor kommt, während Daddy offensichtlich einen Herzinfarkt erlitten hat, den kurz danach offensichtlich alienartige Würmer instead einwurmen und entsorgen ( durch eventuell alienentsorgungsartige Entfernungsgene), kommt mir völlig unbekannt vor. Mittlerweile ist Paul Artreidis mit Laura Dern ( die Frau, dessen Name einer Handseife gleicht) auf der Suche nach dem Grund des gefundenen abgeschnittenen Ohres. ich kann normal folgen.

Und dann tritt sie endlich auf: Isabella Rossellini 🥰🙏🥰

She wore blue velvet…

Paul ist very aufgeregt und Laura, die in der Tat noch viel unschuldiger als in „Cry Baby“ rüber kommt- gerade eben erfahre ich, dass sie Sandy heißt, was es kurzerhand schlimmer macht, denn Olivia hieß ja schließlich schon so bei Grease, sagt zu ihm: „ich weiß nicht, ob du verrückt bist oder wahnsinnig“, als er in die Wohnung ( Geoffrey heißt er übrigens, denn der Film läuft parallel) der Künstlerin einsteigt und versteckt sich im Schrank.

Der Rest ist Geschichte oder sollte selbst erfahren werden.

Man weiß halt nie woran man ist und was es überhaupt bedeutet. Bis man sich den Gedanken eines Genies hingibt, um zu erfahren, was genau er einem sagen will und mit welcher Intention er dies tut.

Ein ähnliches Wirrwarr wie nach Hause zu kommen und doch nicht komplett Zuhause zu sein.

Alles Auslegsache und Interpretation, fast so wie im Film.

Man weiß es halt nicht.

“ Versuche nie einen Ficker zu ficken!“

Ey, Ei!

Ich frage mich gerade, warum ich tatsächlich eine gewisse Zeit dafür aufbringe um Bilder oder Texte zu bearbeiten, um sie entweder im Status via WhatsApp oder per Story auf FB oder Insta zu veröffentlichen.

Man macht das doch eigentlich, so meine Denke, um Dinge Kund zu tun. Irgendwas mit Inhalt oder ’ner Aussage zu versehen. Dachte ich.

Warum auch immer habe ich heute die Zeit, um ab und an nachzuschauen wer sich das anschaut und was genau. Ich habe normalerweise dafür keine Kapazitäten. Heute allerdings ertappe ich mich dabei, dass es mich in erster Linie verblüfft und teilweise sogar erzürnt, dass nach der Sichtung des ersten Beitrags, wie zum Beispiel in der FB- Story, die Leute nicht weiter schauen. Ich mache mir echt nicht oft Gedanken darüber, was und in welcher Reihenfolge ich Dinge (Texte, Bilder) veröffentliche, aber heute war es einfach mal wieder so weit und ich bin irritiert, dass Inhalte offenbar gar keine Bedeutung mehr haben oder gelesen werden. Ich finde das befremdlich, irgendwie.

Ist denn alles nur noch so kurzlebig, dass ich auf Action ausgelegt sein muss, dass man sich sogar den zweiten (! von vier!) Beitrag durch liest?

OK, Computer!

Das erfordert ein schnelles Umdenken meinerseits, wahrscheinlich sogar in Richtung Ey Ei, aka AI. Ich dachte immer, dass, die Leute, die mich kennen, irgendwie wissen, dass ich nicht wirres Zeug von mir gebe oder der Inhalt abgefuckter Scheiß ist. Vielleicht irre ich mich  und es langweilt alle zum Get- No!? Hell! What?

Ist das Interesse einfach nicht mehr gegeben, Statements oder generell Dinge über jemanden zu erfahren?

Mir schwebt gerade ein filmischer Moment vor Augen: es handelt sich um einen Eddie Murphy – Film, in dem eine Polizistin ihre Arme verschränkt und echt frustriert aussieht und sagt“ Mir geht’s gut!“ 

Hey! Mir geht’s auch fast immer gut, besser sogar! Echt jetzt. Aber manchmal, wenn das Gemüt nicht Blei am Arsch trägt, symbolisch, teilt man sich über ausgewählte Bilder und Texte mit. Soll vorkommen. Schade nur, dass es keinen interessiert. Ich dachte, dass man auf diesem Wege vielleicht, mit dem Wissen der langen Nicht- in- echt- Konfrontation, Leute auch darüber, ich will es auch nicht übertreiben, informiert, was einen aktuell beschäftigt.

Und jetzt, wo ich schon dabei bin, ärgert mich besonders, dass vermeintliche Freunde das nicht blicken!   

Ich bekomme übrigens permanent Werbung für TicToc. Vielleicht ist das ja der neue Place to be!?

Mehr AI/ KI für alle!!! ✌️

Ey, oh… let’s go!

Heldin der Arbeit

Seit Ende Januar stehe ich unter Strom. Sehr vieles passiert gleichzeitig, leider nur im Arbeitsalltag. Aber es klappt. Ich funktioniere ausgezeichnet und ehrlich gesagt, macht einiges davon ja auch Spaß. Allerdings hat sich die Lage dermaßen zugespitzt, dass es stressmäßig schon wieder grenzwertig war und ich aber alles (professionell) ausgeblendet habe und weiter funktioniere. Anfang März gab es dann DAS Event in meinem Job: eine Hausmesse des Händlers für den ich tätig bin,  die erste nach Corona und zudem in Berlin. Da unsere Standbesetzung rasant gekürzt wurde, ich die einzige Muttersprachlerin bin und somit Expertin, kam da einiges zusätzlich auf mich zu. Das mein alleiniger Kollege in meinem Gebiet noch einer Pflichtveranstaltung beiwohnen musste, drei Tage vor diesem Happening, schoss dem Fass den Boden vollkommen weg. Ich also alleine, wie Hemi bei „Ab durch die Hecke“.

Nebenbei, als eigentliche Hauptaufgabe bereite ich nämlich im Vorstadium der Messe alleine die Sensationsaktion unserer Firma vor, werde ich permanent mit Zusatzaufgaben beladen: Kannst du für die Kinder am Wochenende noch Überraschungseier besorgen? Kannst du für unser Fassadenexponat noch die Bepflanzung organisieren? Kannst du noch, könntest du noch….? Arghhhhhhh!!!

Weil ich halt so bin, wie ich bin organisiere ich den anreisenden Kollegen und mir noch ein Restaurant in Laufnähe ihres Hotels am Vorabend nach dem Aufbau, dessen ich leider erst am folgenden Tag innewohne- und fahre vom Wedding natürlich nach 13 Stunden kompletter Angespanntheit heraus aus der gemütlichen Italieneratmosphäre noch nach Hause und bin zumindest nicht komplett am Arsch, denn 25 Minuten Heimfahrt belohnen mich sonderbarer Weise mit einem Parkplatz vor der Tür. „Gloria!“

Da ich aufgrund der brisanten Parkplatzsituation am Messegelände am Vorabend schon meine Kollegen im Auto hatte, damit diese sich nicht, wie alle (über 50 Aussteller) einen morgendlichen Wolf suchen, zumal im spooky Berlin, diese nun gemütlich mit Taxi anreisen, sitze ich am nächsten Morgen schon um 6:45 Uhr im Auto, um zumindest eine Chance zu haben; offizieller Beginn der Chose ist 9 Uhr. Wegen des BVG- Streiks gleichen die Straßen in Berlin der Szene in Falling Down, Stoßstange an Stoßstange…genau mein Ding. Bin um 7:30 Uhr da und „Gloria!“ finde auch Platz für’s Gefährt, ohne meinen Schrittzähler am frühen Morgen schon zu überfordern. Es ist kalt, 2 Grad oder so und vor den verschlossenen Türen des Messegeländes stapeln sich die Aussteller. Schnell wird klar, dass die Eventagentur es als ausführendes Organ des Veranstalters es mit dem Einlass Ernst meint. Frierend und leicht verärgert betreten wir um 8:30 Uhr die heiligen Wilhelmhallen.

Stress, Hektik und weiß der Geier was alles sind ab Standbetreten erstmal passé, die Aufregung ist größer als der Rest. Außer bei mir: ich mach mir seit letzter Nacht förmlich in die Hose, denn ich habe ab 11 Uhr einen Auftritt im sogenannten Anwenderforum. Bislang blieb die Panikattacke aus, das bedeutet aber nicht, dass sie noch kommt. Denn: wenn ich etwas partout nicht kann, ist es auf Abruf vor Leuten sprechen, Dinge tun usw… Ich habe damals, als ich herausgefunden habe, was bei mir los war, schon in der Oberstufe Leute überredet nach Hause zu gehen, damit bei meinem Referat so wenig wie möglich anwesend sind; hat häufig super geklappt. Diese Angst hat sich über die Jahre so extrem entwickelt, dass ich bei einer lockeren Best- of- the- year- Zusammenfassung beim Handel vor 10 Jahren so runter mit dem Kreislauf war, dass ich kurz vor einer Ohnmacht stand und raus musste und auch nicht wieder den Raum betreten konnte. Verrückt irgendwie.

Also kaue ich ab 10:30 Uhr extrem Kaugummi, um sicherzustellen, dass ich nicht die Wüste Gobi im Mund habe, wenn ich dran bin. Irgendwie schaffe ich es, alles aus zu blenden und überlebe tatsächlich diesen Auftritt, der immerhin 20 Minuten lang ist, bzw. war- wieder ein 8000er Berg vom Herzen gefallen!!!

Die Kunden sind nunmehr in Scharen eingetroffen und bis 17 Uhr bekommt man echt nicht mit, wie die Zeit überhaupt vorüber gegangen ist. Die meisten meiner Kollegen nehmen ein Sammeltaxi aber ich, die noch einchecken muss, bin quasi die Reiseleiterin der übrig gebliebenen Mannschaft, inclusive Chef, die zur S-Bahn geleitet und durch’s wilde Berlin begleitet. Ich musste ernsthaft Kollegen überzeugen, dass ihr Wagen am nächsten Tag auch noch da stehen wird, nicht abgefackelt wird- schließlich sind wir nicht in Kreuzberg und den 1. Mai haben wir auch nicht. Puhhhh…Mit der S-Bahn am Gesundbrunnen zu landen ist dann auch für mich kurzzeitig eine Überforderung- bin’s halt nicht gewohnt. Alle sicher ins Hotel verfrachtet, selbst eingecheckt, im Blitzmodus für die anstehende Abendveranstaltung im Kühlhaus umgezogen und Taxi zur Abfahrt nach Mitte organisiert: CHECK! Im Taxi schlafe ich fast ein, die Strecke verlangt aber City- Guide- Charakter meiner selbst ab und so gebe ich schlaftrunkend Laute von mir, wo wir gerade vermeintlich sind und bin heilfroh als wir am Ziel angekommen sind. Ich bestelle umgehend eine Rückfahrt zeitnah am Abend, denn nicht nur der heutige Tag war ausschließlich vom Stehen und mit Nicht- Sitzen geprägt, dieser Abend ist es auch und morgen geht die ganze Veranstaltung noch eine Stunde länger. Just saying. I am Fuß.

Hey, ho! Nix wie rein ins Gedränge denken wir uns und schon am Eingang werde ich von einem Kunden abgefangen, der hackedicht ist und ich einfach durch meine Fertigness nicht schnell genug reagiere, plötzlich gefangen bin im normalen Wahnsinn. Eine halbe Stunde später finde ich meine Truppe und H. und ich machen ’ne Runde- schließlich ist das hier unser Heimspiel! Es gibt drei Gallerien zu erklimmen und ab der zweiten höre ich auf meinen Namen nicht mehr und sehe nur noch eine konforme Masse, keine Gesichter mehr, bin maßlos überfordert. H. reicht mir erneut ein Bier aber das schmeckt einfach nicht und ich reiche es in die Masse. Ganz oben angekommen treffen wir auf einen illustren Kreis, in deren Mitte unser Oberhäuptling sitzt, samt Gattin. Sitzen!!! Wir besorgen allen um uns herum Getränke und ich lasse mich tatsächlich kurz nieder. Todesfehler, stelle ich fest.

Culcha Candela spielt und es ist nicht nur unsagbar laut, sondern auch brachial warm, Frischluft gibt es nur beim Rauchen unten. Irgendwann sagt jemand, dass H. ins Hotel will und ich checke die Zeit auf meinem Handy und denke: watt’n Glück! Genau kurz vor unserer Deadline und sammle alle Willigen ein und wir steigen ins Taxi zum Hotel. Gehe sofort rauf ins Zimmer und stelle mit Entsetzen fest, dass ich zwar eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer habe aber keinen Kaffee. Echt blöd. Rufe H. an, denn der ist über die Treppe nur drei Stockwerke unter meinem Zimmer und ich mach mich auf den Weg zu ihm. Bin schon in Schlafschluppe (rote Adidas Hose, pinkes Dolly Parton- Shirt und selbstgestrickte Socken von Mama) und düse links von meinem Zimmer gleich die Treppe runter ins 1. EG. Nur komme ich nicht wieder rein, scheint nur ein Notausgang zu sein; denn egal in welchem Gang oder Geschoss ich mich befinde, es sieht komplett anders aus als in unserem Hotel. Ich rufe H. an, der auch keinen Plan hat. Ich rufe den Fahrstuhl und ein mega aufgestrapstes Paar steigt zu, aber es geht abwärts- raus komme ich ja wohl. Komme ich auch. Ich bin plötzlich im Nebenhotel und durchquere eine sehr pinke Lobby, springe durch eine Drehtür und renne die 50 Meter auf Socken zu uns rüber, treffe leider noch Nachzügler von uns in der Lobby und verschwinde mit den Worten: alles gut, macht euch keine Sorgen! im Fahrstuhl. Klopfe bei H. und erhalte meinen Kaffe für den Morgen und verschwinde in meinem Zimmer, wo ich ein wenig verunsichert, ob der Dinge, die gerade passiert sind, sehr schnell in den Schlaf komme. What a day!

Samstag, 2.3., 6:45 Uhr: der Wecker klingelt und ich bin echt einigermaßen erholt. Fast 7 Stunden reichen ja auch aus, mal sehen wie lange. Frühstück gibt es unfassbar reichhaltig und siehe da, ich bin weder erste unten, noch letzte. Verknautschte Kollegengesichter blicken noch unscharf durch den Raum und ich Frage, ob wir nach dem Auschecken wirklich wieder S-Bahn fahren müssen. Vehementes Verneinungsnicken bekräftigt meine eh schon rhetorische Frage und ich genieße erstmal die Ruhe vor dem Sturm. Reisegruppe Stefka  schlupft in die Taxen und wir sind gespannt, was dieser Tag so bringen wird und feixen uns einen über die Stories, die der Rest gestern noch erlebt hat. Messe- Alltag.

Es ist 8 Uhr und wir dürfen tatsächlich gleich auf’s Gelände. Der Weg zum Stand führt an vielen müden Menschen vorbei aber wir sind Profis und lassen uns nichts anmerken! Shakka! Die Restenergie meiner Reservebatterien sind aktiviert und ich gebe alles, um mich der  heimlich, immer wieder anklopfenden Stop- jetzt- mal-endlich!- Stimme zu wieder widersetzen. Gelingt. Da heute ein Wochenendtag ist, dauert es- auch wegen der vorabendlichen Veranstaltung, bis die Kunden den Weg hierher finden und nach dem dritten Kaffee beschließe ich mich umher zu treiben und besuche bekannte Industriepartner, die sich genau wie ich fühlen und um jede Ablenkung dankbar sind. Bis auf einmal der Familientag eröffnet scheint und tummelnde Gruppen mit sehr vielen Kindern die Hallen stürmen. Jippieh! Ich bin ab sofort aktive Ü- Eier- Verschenkerin und gehe förmlich darin auf, bis tatsächlich wichtige Kunden nach einem Gespräch fragen und ich so dann aber auch sinnvoll beschäftigt bin. Schwuppdiwupp ist es 15 Uhr und es leert sich das ganze hier. Die komplette Führungsriege verabschiedet sich und wir Verbliebenen halten den Motor am Laufen, professionell halt.

Es dauert nicht lange und die Bekanntgabe, dass der offizielle Abbautermin von 18 auf 16:30 vorverlegt wird folgt und ab da ist es wie verhext: Kunden ohne Ende, natürlich Berliner, belagern uns und die Zeit vergeht im Tip-top- Schritt.

Ich kürze mal ab, sorry für diese ausführliche Wiedergabe! 🤪

Ratzfatz sind wir dabei unserem Stand den Erdboden gleich zu machen und jeder nimmt sich das mit, was er für nötig hält. Keine Stunde später sind wir raus- 17:30- ursprünglich war 20 Uhr anvisiert, also ein unfassbares Geschenk an Zeit und somit an uns.  Ich bin tatsächlich kurz nach 18 Uhr Zuhause und Erik ist auch erfreut. Bis er mitbekommt, dass ich mehr als im Arsch bin und eigentlich beim letzten Bissen meines Snacks schon instant eingeschlafen bin.

Ich kann auch am Sonntag nicht wirklich Aktivität zu meiner Lifetime hinzufügen.

Montag geht’s natürlich gleich wieder richtig los, neues Aktionsmaterial gilt es zu verteilen. Ich lade derweil auch noch mein Auto voll, denn ab Mittwoch Morgen bin ich auf dem Weg zu einem Kreativ- Workshop nach Erfurt bis Freitag unterwegs. Business as usual halt. Dienstag früh denke ich, mich trifft der Gesundheitsschlag: Kopf, Nase, Körper… kein Wunder bei dem Gedränge am Wochenende. Me: Workshop nicht absagbar, da kein Kollegenschwein, sondern Ja! zu Wick DayNight! Jep, und so bin ich frisch gedopt am Dienstag Abend mit einer Freundin auf ’nem Konzert im Metropol; DENN wenn ich mich schon zum Arbeiten zwinge und aufbruzzel, kann ich auch nochmal Spaß haben, oder was???

Mittwoch früh kommt eher, als mir lieb ist und ich sitze im Auto Richtung Thüringen. Feini. Bin über eine Stunde eher als mein Kollege da und fange natürlich schonmal an, den Ort des Kurses herzurichten, allerdings schon langsamer als üblich. Er trifft ein und weiß um meine körperliche Verfassung und ignoriert es glaube ich. Keine Ahnung, ich fühl mich elend und will ins Hotel; wenn auch nur kurz, denn ab 18 Uhr treffen wir uns mit den einzigen zwei Kunden, die nicht am ersten Kurstag erst abreisen, um Essen zu gehen. Yeah!

Die F- Brothers sind 21 und 17 und als wir im Restaurant eintrudeln überkommt mich das Gefühl, dass es wie ein Familienessen wirken muss und ich beschließe einfach konsequent den Abend vorüber ziehen zu lassen und schmunzel in mich rein, beim Ingwer- Limonen – Eistee, während der Rest schon auf Gin Tonic umgestiegen ist. Um 22 Uhr liege im Bett und hoffe, dass es morgen besser läuft.Tut es, denn diese Tablettenkombi zaubert mir heute die Sonne aus dem Arsch ins Gesicht und ich schwebe förmlich durch den Kurs, bespaße die Teilnehmer und bin aus Überzeugung die Maren Giltzer des Workshops!

18 Uhr wieder in der Hotelbar- erste Runde geht auf mich, diesmal in voller Runde, dann ab ins Restaurant. Da auch hier nur ich als Ansprechpartner angegeben wurde, bin ich echt buisy mit Taxen und dem ganzen anderen Scheiß. Kurz nach 22 Uhr sind wir am Hotel und alle gehen noch in die Bar, ich verabschiede mich bis zum Frühstück und schmeiße mich in die glücklicherweise bequeme Falle.

Freitag, 15.3. 6:45: es gibt noch viel vorzubereiten und deswegen bin ich zu 8 Uhr schon im Werk und deswegen frühestmöglich unten und am Auschecken. Fuck, ich wusste gar nicht, dass ich hier ein Buch schreibe! Also jetzt schonmal danke für’s Durchhalten und lesen! 🙏

Chaos am Morgen vertreibt Kopf und Ganzkörper! Alles geht schief und ich deixel die Sachen irgendwie dann doch. Mein Kollege hat derweil die Ruhe selbst und ich bin echt langsam angepisst auf soviel Unachtsamkeit und beschließe ihn heute das meiste zu machen. Geht nicht so gut, also, zum Wohl des Kunden, Engagement wie gewohnt. Ich werde mehrfach gefragt, warum ich nicht einfach nach Hause fahre, da es so omnioffensichtlich ist, wie es mir geht, aber ich verneine. Zum Schluss des Kurses, nach dem Essen, wird es nochmals ungemütlich, Stress ist plötzlich zentraler Mittelpunkt des Geschehens. Kommunikationsfehler führen zum turbulenten Ende des Ganzen und meine geplante Verabschiedung mit Zertifikatsaustellung fällt völlig flach. 2 Stunden später sitze ich aber schon im Auto, es ist 15 Uhr und sage dem Navy, das es mich nach Hause bringen soll. 3 Stunden dauert die Fahrt und ich gebe trotz Zustand und Müdigkeit mächtig Gas, bis vor Dessau plötzlich eine Vollsperrung um die Ecke ( Kurve) kommt und aus 120 km von 70 Minuten 2 1/2 Stunden werden. Ich flipp aus, ernsthaft! Karma ist ein Arschloch und sowieso…

Erik wirft mir mitleidig Blicke zu als ich irgendwann die Hütte betrete und ich lache nur, weil ich das alles echt nicht fassen kann!

So, fast geschafft und hier nochmal als Reminder: Heldin der Arbeit heißt der Beitrag.

Dienstag hatte ich mit wochenlangem Vorstress verbunden mein Jahresgespräch via Teams. Auf die Frage, wie es mir geht hab ich erst nicht geantwortet und dann aber doch gesagt, dass er mich doch nur mal genauer anschauen sollte. Warum ich nicht einfach mal einen Tag Zuhause bliebe. Weil ich bis dato keine Zeit hatte ist meine Antwort, die grinsend bestätigt wird, da man dazu ja eh nie Zeit habe. Ich nicke. Nach einer ganzen Weile verlasse ich das Gespräch und bin nicht nur brainfucked sondern auch ernsthaft am Überlegen, wann ich denn mal eine Auszeit nehmen könnte: Freitag passt.

Nun, es ist Freitag. Ich bin alles andere als erholter, denn ich habe nichts zu tun und der Körper schreit erstmals seit langem auf, dass das jetzt aber auch echt mehr als nötig ist. Jep, haste Recht! Ich sage sogar das von mir voller Freude anstehende Underworld – Konzert heute Abend ab und kann nicht fassen, wie fertig ich bin. Die, die die Heldin der Arbeit ist- ohne Dank und Orden am Ende des Jahres. Eine Bekloppte halt. Schönes Wochenende euch allen und don’t do that‘!!!

4- stellige PINs sind eh schon echt nervig, das kann man gepflegt unterschreiben . Viel nerviger ist es allerdings, wenn die bessere Hälfte morgens um 9 Uhr an einem sogar staatlich anerkannten, seit kurzem gewährten Feiertag ins Zimmer rauscht, weil der SIM- Karten- PIN nicht einfällt. Ganz großes Kino am Morgen, wahrlich. Von Null auf Genius wird verlangt und ich rolle mich erstmal zur Mission Impossible Melodie aus dem gar grellen Sonnenschein vom Sofa ( gestern dort stationär versackt) ins für morgendliche Stunden geeignete Tageslicht, um in Sekundenschnelle wie ein Computerhacker Zahlenkombinationen in meinem Kopf durch zu gehen. Das dies möglich ist, ist selbst mir nicht nachvollziehbar. Irgendwie klappt es aber. Toll. Irgendwie. Ratter, ratter… und dann- vielleicht durch Selbstschutz- die Erkenntnis, dass es im Notfall ja auch einen SuperPIN gibt, so war mir jedenfalls mal. Armageddon- Situation im Hause Stefka/ Erik. Wo nur ist die Info über diese lottojackpotgleiche Zahl nur hin? Eine ganze Viertelstunde später liegt die Lösung nicht auf der Hand; ein echt fabelhafter Start ins lange Wochenende denke ich und versuche immer noch vampirgleich der Sonne auszuweichen, mittlerweile ohne musikalische Untermalung im Kopf, schwer genug das alles. 2 Versuche sind noch übrig und ich bin mit meinem Mobilfunklatein wirklich am Ende meiner Kräfte und verweise auf die Option, morgen in den O2- Shop zu gehen, um Sperrungen oder solche Dinge zu vermeiden. Wird nicht gut angenommen dieser Tip. Verständlich auch, jetzt, wo ich darüber nachdenke. Mein Kurzschlafhirn arbeitet auf Hochtouren und warum auch immer fällt mir eine alte Zahlenkombination ein, fast aus sentimentalen Gründen, denn alle Ordner, die Klärung schaffen könnten, verweigern ihre Aussage und siehe da: Sesam öffne dich!!! Es ist 9:58 Uhr und es ist Feiertag, wie schön. Good night you lovely women and enjoy the rest of the day or year!Ich leg mich wieder hin, es sei gegönnt!

QOTSA

Long time ago writing something about me. Daily shit ist the answer and the time right now to do it!

Gestern kurzzeitig gedacht, dass dem alten Assitum erneut Einhalt geboten wurde, denn folgendes hat sich zugetragen:
Bäm! Erik fährt zur Arbeit, verlässt die Bude um 4:40 Uhr und ich bin wach und denke so vor mich hin, dass 1 1/2 Stunden mehr Schlaf schon echt was bringen würden, denn seit Wochen schlafe ich gefühlt kaum noch, was nicht mit einem Pre- USA- Syndrom zu tun hat, sondern scheinbar anders geartet ist. Egal, was es ist, es macht mich fertig. Deswegen war ich nach nur ultrakurzem Powernapp am Nachmittag kaum erholter als vorher. Erik hat ’ne Mütze voll Schlaf nach Ankunft Zuhause genommen und schwuppdiwupp war es auch schon 18 Uhr und wir waren mit Ready – to- go- Outfits für Queens of the Stoneage beschäftigt und buisy. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin sind mir ja ein absoluter Dorn im Auge, aber mein Mann suchte die vermeintlich kürzeste Verbindung in die Max Schmeling Halle via App und ab ging’s! Für mich geht das ganze Prozedere mit Öffis ganz gut, denn ich weiß, dass wir ein Taxi zurück nach Hause nehmen. Ansonsten würde ich das komplette Überangebot an Menschen gar nicht ertragen. Just saying.
Wir steigen, nach doch echt aufhaltsamen Minuten suchend nach dem Anschlussbus, endlich Gesundbrunnen in den Bus und vier Stationen später sind wir schon da. Klar. Ich meinte noch vor kurzem zu Erik, dass sowas wie die Max Schmeling Halle ausgeschildert ist, war diese aber nicht. Passiert.
Eine Querstraße weiter entdecke ich zwei People, die Döner oder sowas essen und ich denke nur: Hey cool, ich frage einfach unverblümt nach dem Weg und die Antwort ist inclusive Handbewegung in die Richtung, die wir auch dachten. Beim Gehen und freundlich Danke rufen, sagt er noch: sind wir auch gleich, haltet uns ’nen Platz frei! Ich so: na mal sehen! Erik und ich laufen also los, unwissend wo wir uns aktuell befinden. Tsja. Nach nur knapp 800 m hinterfrage ich das ganze. Und siehe da, komplett falsche Richtung! Ich: 🤔😤🤬👊👊👊 Worte wie: ich habe leider ein komplett funktionierendes Gesichtsprogramm….und den erkenn ich….und dann hau ich ihm eine rein… könnten durchaus gefallen sein.
Anderseits war ich es, die vermerkt hat, dass es durchaus schlimmer hätte laufen können, erwähnenswert, trotz allem, dass ich verbal kurzzeitig entgleist bin. Was aber wirklich für ein Fic***!?!???? Aber wir hatten dadurch einen schönen umwegigen Spaziergang und ich habe festgestellt, dass Google- Zeit- Angaben für Tip-Top- Schritt- Menschen oder gar mit körperlicher Beeinträchtigung geschaffe ne Menschen bemessen sein müssen; denn ratz- fatz waren wir schon da! Jippieh!
Waren echt überrascht, dass die Schlange am Eingang mega-kurz war und kurz vorm Reingehen erscheint die Stimme aus dem Off: Hey! Ich wollte mich nochmal bei dir entschuldigen, denn wir haben euch nicht extra (!) in die falsche Richtung geschickt, sondern sind auch erst falsch gelaufen. Es tut mir wirklich Leid und ich wollte sicher gehen, dass du mir nicht gleich eine in die Fresse haust! Ich so: Hätte ich wirklich gerne, wahrscheinlich aber nur im Gedanken, denn ich dachte vorhin, wie Assi sind die Leute immer noch unterwegs, Leute bewusst in die falsche Richtung zu schicken!? Und wie krass assi, dass ich auf die Scheiße rein falle! ..aber nett, dass du dich erklärst. Wir sind dann also, ich auf jeden Fall entspannter, rein in die Halle, um dann fest zu stellen, dass deswegen draußen so eine Leere herrschte, weil es drinnen rappelvoll war! So voll, dass wir unsere Jacken nicht abliefern konnten und nach dem zweiten Support der Chats schon komplett durch waren. Opfer, die man halt so bringt, wenn es passt. Und das hat es! Das Konzert war der absolute Hammer, weil wir auch gerade erst bei der Rancho de la Luna in Palm Springs waren und generell Queens of the Stone Age jedem ins Ohr kriechen sollten. Ich glaube auch heute noch, dass genau das dazu geführt hat, dass es dem Typ wichtig war, nicht für Unmut zu sorgen: denn diese Community ist weg von aggro oder anderen negativen Movements. Again and again and again and again…So wie in den Mitt- 90ern zu Techno- Zeiten: Da gab es keinen Grund für Aggros, denn man war deswegen dort, zu dem Zeitpunkt und nur deshalb! Peace on earth wäre der nächste Schritt. Sit and wait….for that..

Sozial kompatibel musste sein oder: Privatleben ist auch nicht so schlecht

Diese Woche war eine echte Herausforderung bezüglich beruflicher Termine und privater Herausforderungen. Es ging gleich letztes Wochenende los, als ich von einer verkäuflichen, wahrscheinlich letzten seiner Art, erhältlichen Karte für das am Montag statt findende, legendär anmutende, „Rancid“ Konzert angeboten bekam. Vorausgehend war meine spontane, ursprüngliche Vorab- Daseins- Berechtigung für dieses Event, denn ich bin kurz vor Weihnachten ins Lutetia, nur um ein paar Leuten “ Hallo!“ zu sagen, auf dem Weg zu einer Geburtstagsparty einer Freundin im benachbarten Brauhaus. Mein alter- und schwer geliebter Nachbar- nimmt an diesen monatlichen Musik- Quizzen Teil und es war ein solcher Abend; deswegen war ich auch, ohne dies akut zu wissen, sehr verblüfft, all diese bekannten Menschen adhoc an diesem Platz an zu treffen. Nach gefühlter 90er Jahre bekanntheitsgradempfundener Popularität in dieser Lokalität und der einher gehenden ausufernden Begrüßungen all dener, die ich seit Monden nicht- allesamt auf einem Haufen zumindest- mehr gesehen habe und nun erleben musste, stach eine direkt an mich gerichtete Frage eben dieses Nachbarn hervor: D. kann nicht mitkommen, was machst du am 12.6.? Ich so: WAS? Er so: Rancid, man! Ich hab‘ zugesagt, instant, um allerdings keine 5 Minuten später erneut nach zu fragen, zu wem ich jetzt mit ihm gehe. Erschien schon seltsam, ihm auf jeden Fall, mir war es wahrlich nicht so denkbar legendär in diesem Moment, also erschloss sich mir der Sinn nicht ganz. Hab’s beiseite geschoben und mich meinem zukünftigen Quiz- Team der kurzen, verbleibenden Zeit gewidmet. Ich versprach ab nächstem Jahr auch dabei zu sein ( warum auch immer werde ich als Geheimwaffe des Musikwissens gehandelt und es wird ehrlich Wert auf meine Anwesenheit gelegt! 🤘😎) und verlasse kurzerhand den Laden, um meiner Freundin Tribut zu zollen und ziehe weiter ins Brauhaus. Ich bin fast die letzte, die ankommt, obwohl es erst kurz nach halb acht ist. Der Abend sprengt seit langem alle Feierrekorde und ich erlebe noch fast bei Sinnen eine Kiezkneipe in meinem eigenen Kiez, die ich noch nichtmals vom Vorbeifahren wahr genommen habe!

Aber zurück zu dieser Woche und dem Angebot, welches dieses legendäre Rancid- Ding betrifft. Mein Nachbar hat wohl wissend zur Kenntnis genommen, dass alleine mein Nachfragen darauf schließen lässt, dass ich nicht voll und ganz Feuer und Flamme war, was offenbar erwartet wurde. Also bekomme ich vorletzte Woche eine Nachricht, von eben diesem, ob ich nicht bereit wäre, diese Karte an einen „wirklich“ interessierten Freund von ihm ab zu treten. Ich bin mittlerweile natürlich auf Kurs und war schon in übelster Ohrenvorbereitung auf dieses Event, muss aber tatsächlich eingestehen, dass ich am nächsten Tag um 7 Uhr (!) in Brandenburg sein muss, da Firmenveranstaltung, also gebe ich die Karte frei. Nun kommt also aber dieses Angebot von der Freundin letzten Samstag und ich hardere wirklich mit mir, denn Rancid kenne ich tatsächlich schon seit über 20 Jahren und bin übelst im Zwiegespräch- sage dann aber doch nicht zu, denn ich würde es nicht auf die Reihe bekommen, das Berufliche am nächsten Tag. Kann damit auch gut leben, denn den Donnerstag davor, habe ich schon ein Konzert am hiesigen Mittwoch in der Zitadelle zugesagt, fast nur des Namens wegen, denn die Frage war: Hey Stef, hast du Lust am Mittwoch mit zu „Wars on drugs“ zu kommen? Ich so: Cool, 3 chicks on speed! Hell, yes! 😂🤭 Blöder Weise konnte ein Freund nicht und so ergab sich dieses Ticket. Ich kenne und kannte nur einen Song- die Truppe hat den Ausschluss gegeben und das Wohnzimmer Zitadelle den Rest. Ich hole also Dienstag die Karte bei dem Freund ab, der verhindert ist und bleibe auf eine Zigarette. Wir haben uns seit meiner großen Party letztes Jahr nicht mehr gesehen, wir beide denken schon aber ich konnte es an nichts fest machen. Ich werde- nicht umsonst – auf nicht abgesagte Quiz- Nights angesprochen und finde nur schwer überzeugende Ausreden, die mit folgenden Worten begleitet werden und mir ernsthaft zu denken geben: Man Stef, manchmal muss man einfach auch mal persönliche Kontakte pflegen und sich ‘ne Auszeit nehmen! Ich bin ja eine ziemlich spontan Transfer leistende, reflektierende Person und ertappe mich als erstes trotzdem dabei, dass ich auf alles Mögliche anspreche, mich entschuldige und Besserung gelobe, ich natürlich ein Privatleben habe und nur innerhalb der Woche nicht kann, weil es mein Zeitplan einfach nicht her gibt. Ich soll mich ja nur nicht vollkommen vergessen und einfach mehr leben ist die Antwort. Shit! WTF? Ich lebe ja schon ein echt tolles Leben, finde ich, sage aber nichts dazu, denn ich weiß, was er meint und er hat Recht. Ein erstes Zeichen habe ich ja mit dem Konzert am Mittwoch gesetzt, wissentlich am nächsten Tag zu unchristlicher Zeit wieder raus zu müssen, so what?

Aber es bleibt im Kopf und ich denke wirklich darüber nach, nicht, dass ich das vorher nie getan hätte.

Ich habe schon so vieles in den letzten Jahren abgesagt, weil es mir zu anstrengend erschien, mir zeitlich nicht gepasst hat und, und,und …Eine Sache, die früher niemals passiert wäre- denn wenn ich für etwas unter anderem bekannt war, ist es Spontaneität, die wahrlich in den letzten Jahren auch gelitten hat. Nicht, daß ich Fan davon bin aber ich ertappe mich dabei, eher die Faulheitskarte aus zu spielen, als dass ich aktiv werde. Und so telefoniere ich heute mit R. um zu erfragen, wie es ihm geht und er fragt zurück, wie das Konzert war, und so reden wir eine kurze Weile miteinander, bis ich ihm sage, dass seine Worte neulich echt bleibendes Nachdenken bewirkt haben. Ich erzähle so vor mich hin, entschuldige mich erneut für zahlreiches Nichterscheinen, was dem mannigfaltigen Kontakt mit Menschen zugrunde liegt, den mein Job mit sich bringt und die Couch sometimes in den Fokus stellt aber räume ein, dass ich gewillt bin, dies zu ändern. Nicht jede Woche aber zumindest in einem gewissen Turnus- kein Versprechen! Aber er hat ja Recht! Manchmal muss man einfach seinen inneren Schweinehund überwinden, so wie beim Sport – und das gelingt mir ja auch 2 Mal die Woche, also: Attacke!!! Einfach mal wieder mehr Zeit mit Freunden und privater Zeit im Kreise eben dieser verbringen ist der neue Weg! Man muss einfach mal wieder auf simpelste Dinge, selbstverständlich eigentlich, angesprochen werden, dann läuft die Maschine auch mal außerhalb des To- Do- Modus!

Off- Topic: Ich habe diese Woche auch mal wieder was für meinen eigenen Seelenfrieden getan: Queens of the Stoneage und PJ Harvey- Tickets gekauft, beides übrigens mitten in der Woche! Yeah! Stimmt nicht ganz, PJ ist Samstag, hab ich grade gesehen aber das zählt nicht!

Und jetzt doppelt Off- Topic: Ich bin sehr wohl an gruppendynamischer und gar einzelner Freundschaftsaktivität beteiligt und maßgeblich beteiligt , aber manchmal kommen halt trotz Absprachen mehr Absagen, als Zusagen…kann ich ab, denn: was wäre ich für eine Freundin, wenn ich da Veto einlegen würde??!

I wish you all a happy weekend! Mine will be fucking cool, denn ich habe 30- jähriges Abi- Treffen und vorab eine wirklich gechillte Gartenparty….so long, fare well, good bye!

Glücklich! Wann?

In welchen Momenten bist du am glücklichsten?

Wenn ich das erste Mal im Jahr barfuß auf Gras laufe

Wenn ich im warmen Sommerregen durch die Stadt renne

Wenn ich morgens in das Gesicht meines Mannes blicke

Wenn ich mit den Händen im Sand grabe

Wenn ich das Meer sehe

Wenn ich Bowie höre

Wenn ich den ersten Caipi des Jahres trinke

Wenn ich es schaffe 3 einfache Akkorde auf Bass zu spielen

Wenn Sommer ist

Wenn alle, die mir wichtig sind, zufrieden sind

Wenn der Bass mein Ohr zum Platzen bringt

Wenn Vögel den Frühling einläuten

Wenn ich mit Erik in den USA bin

In Kalifornien

Wenn gute Musik läuft

Beim Tanzen

Wenn der Kopf auf Off geschaltet ist

Wenn ich mit Erik Quatsch mache

Wenn fünfe manchmal gerade sind

Freunde machen mich unglaublich glücklich

Unabhängig sein

Frei sein- Frau sein

Irgendwas ist immer oder halt 6 Stunden in Hamburg

Es ist 9:45, Samstag. Und anstatt um 11 Uhr die gemütliche Bootstour auf der Alster zu absolvieren, sitze ich Zuhause und kümmer mich um meine Vogelbrut. Tsja, es scheint wie vertäufelt mit uns, Erik und mir. Zumindest was Reisen betrifft, sein sie auch noch so kurz, wie dieses geplante Wochenende.  Gestern sind wir ab 14 Uhr auf dem Weg nach Hamburg, um bis Sonntag dort gechilled Zeit zu verbringen; Auslöser ist unser Ticket für Metallica am selbigen Tag und weil man schonmal da ist, kann man ja auch gleich noch mehr hanseatische Luft schnuppern und sich der Gelassenheit des Nordens hin geben. Nun denn, der Start ins Wochenende ist müßig, denn nach über einer halben Stunde sind wir erst raus aus Berlin, um dann der 24 folgend im Permanentstau zu stehen. Erst gehe ich vom Pfingstferien- Stau aus, würde sich ja anbieten, es entpuppt sich aber nach (!) 50 km als reiner „Ich glotz nach drüben zum Unfall“ – Stau (davon gab es auf dieser Strecke in Summe 3), der in mir schon leichte Zornesfalten ins Gesicht brennt, denn dies macht mich fassungslos – diese Geilheit am eventuellen Leid anderer, mit dem Denken, dass diese abscheuliche Neugier auf Real- Time- Szenarios den restlichen Reisenden den Tag verschleppt. Zeit-Diebe, die ebenfalls geahndet werden sollten, wie diese, die sich für den Globus auf fälschliche Weise ereifern. Wie dem auch sei, nach Kilometer 70 läuft es und wir fahren Richtung Norden. Wir genießen die Sonne, die flache aber schöne mecklenburgische Landschaft und freuen uns einfach mal wieder unterwegs zu sein. In Hamburg rein fahrend stellen wir fest, dass auch hier extremer Berufsverkehr vorherrscht und so sind wir erst gegen 18:15 Uhr am Hotel. In duschiger Vorfreude auf den Kurzstop im Hotel, bis es alsbald zum Volksparkstadion geht, schießen wir in die Lobby. Und dann folgt das: unser Zimmer wurde annuliert, ich müsste das ja von Booking.com wissen. Atmen. Atmen ist angesagt, denn in mir rastet gerade mein Inner- Monster aus. Ich so: das wüsste ich ja, sonst wäre ich ja schließlich nicht hier und übrigens habe ich heute morgen erst eine Nachricht vom Hotel bekommen, mit der Info, dass, sollte ich noch irgendwelche Fragen oder Wünsche haben, ich sie doch bitte noch mitteilen soll. Ich bin fassungslos und weiß nicht so Recht, wohin mit mir. Erik ist das erste Mal (gefühlt) instant ohne Plan, denn er suggeriert mir, das ich jetzt auch echt ausflippen kann und darf. Ich beschwere mich aufs Äußerste und als sie sagt, wir hätten heute morgen erst gebucht, raste ich (innerlich) komplett aus, krame meine Brille raus, um ihr zu zeigen, dass alles seit Februar in Sack und Tüten ist. Sie telefoniert kurz und teilt uns mit, dass wir in einem Partnerhotel unter kommen könnten. Prima! Wo ist das? Bei Hamburg, nur 25 km südlich. Aha. Kommt für uns nicht in Frage, denn wir wollen hier zum Konzert und das passt dann nicht mehr für uns- es sei denn, dass ein Taxi als Ausgleich übernommen würde. Nein, das geht nicht. Wann kommen sie denn zurück heute? Erik und ich wissen nicht, was jetzt kommt und sagen: wahrscheinlich gegen 0:00 Uhr. Sie jetzt: sie könnten ja ihr Gepäck hier lassen und es danach dann abholen und dann erst zum anderen Hotel fahren. Ich bin sprachlos und froh, dass Erik das übernimmt. Wir lassen uns trotzdem die Adresse aufschreiben, um dann flugs diesen furchtbaren Ort zu verlassen. Wir geben tatsächlich kurz die neue Anschrift ein, um dann nach 3 Minuten zu beschließen, Hamburg noch in dieser Nacht zu verlassen- stressig ja, schließlich ist er seit 4 Uhr wach und ich seit halb sechs, aber es ist die beste Lösung, die sich und bietet gerade. Natürlich checken wir noch Verzweiflungs- Hotelmöglichkeiten, um fest zu stellen, dass 350€ plus uns nicht passen. Also ab zum Volksparkstadion. Yeah! Mir ist kurzzeitig gar nicht mehr nach Konzert aber ich fange mich, bis wir im stauigsten Stau ever stecken. 100 Meter in 8 Minuten und noch 800 bis zum Ziel, welches nach Unfall direkt vor uns im Stau, dann zur Sisyphos- Aufgabe mutierte. Meine Nerven liegen nackig auf der Haut, ich bin pissed, sowas von, ich finde keine Worte. Die Abbiegerspur, die unser Navy geraten hat, ist gesperrt und wir biegen hilflos rechts ins Industrieviertel ab. Nichts geht. Keine querstellmögliche Paklplatzgmöglichkeit bietet sich- noch nicht einmal absolutes Halteverbot, es ist zum  letzte Haare raufen, die letzten heute. Aber dann: dritte Runde auf der Straße nebst allen Nebenstraßen, entdecken wir einen Platz, der quasi gemacht ist, für unser Vehikel. Es steht zwar groß Privateigentum dran, aber erst nach dem Zaun, 4 Meter dahinter. Zack! Eingeparkt und dann geht altes Festival- Survival- Dings von statten, fast robotergleich ziehen wir den Koffer hervor, um unsere Konzert- Outfits raus zu kramen und sitzend in Rekordschnelle anzuziehen, um nach unter 10 Minuten startklar zu sein für den heutigen Abend. Der gekühlte Jacky Cola schmeckt heute so wunderbar erfrischend, wie noch nie zu vor und so reihen wir uns in die strömende Masse ein, um Richtung Stadion zu laufen. Als wir eintreffen, ist es 20:15 Uhr und die Vorbands sind Geschichte. Beim Herunter laufen in den Innenraum schallt tatsächlich “ Space Cowboys- Home on the range“ aus den Lautsprechern und ich persönlich feiere das sehr ab, Erik findet es auch cool glaube ich, saugt aber das Stadion in sich auf. Schade, sind noch nie auswärts erst zum Mainact aufgelaufen, was aber unter diesen Umständen gar nicht so übel ist, finden wir. Wir holen uns erstmal ein Bier und auch das wird in meinen Ohren mit bester Musik untermalt, nämlich Queens of the Stoneage! …Nach erstem Scouten des Innenraums und Finden der für uns besten Position, treffen wir auf Bernd. Er sieht Metallica zum 8 Mal, was mich echt beeindruckt und ich nur mit noch mehr Konzerten aufwarten kann, was Peter and the Testtube Babies betrifft, 17 an der Zahl nämlich ( ja, get jinxed!) aber zum ersten Mal zu Gast bei Metallica bin, er es aber eher toll als schlimm findet, stellen wir fest, dass er ab und an in Berlin Spandau ist. Pichelssee. Als wir mitteilen, dass wir Pichelsdorfer Straße wohnen, ist das Maß voll und die Welt wieder klein…und wir freuen uns, dass wir den Abend irgendwie zusammen verbringen werden. Leider werden wir gespoilert, denn er hat Opener und Setlist gescoutet und ich bin leicht frustriert deswegen, denn „Seak and Destroy“ wird wohl erst Sonntag gespielt. Toll.  Dann geht’s aber los- mit „A Long way to the top“ von ACDC, wie Bernd schon offerierte, aber egal, weil echt cool. Ich filme die ganze Nummer, und denke kurzzeitig, dass ich es armmuckimässig nicht schaffe, denn es ist echt richtig lang, dieses Intro. Und dann kommen sie auf die Bühne, die mittig ist und sehr groß, so dass man nie alle gleichzeitig sehen kann, leider. Aber die Menge tobt, wir auch und es wird gehadbangt, als hätten wir nie was anderes gemacht! Wahnsinn! 2 1/2 Stunden später ist das Spektakel zu Ende, ohne Pause durch gezogen, haben sie (fast) alles gebracht, was man erwartet hat. „One“ ist wirklich legendär; der Hubschrauber hört sich wie überm Stadion an, das Feuer ist unfassbar warm und die Schüsse wirken, wie im Krieg- mehr geht nicht, bis auf den unsagbar schmetternden Sound der Jungs. Genial!

Es ist vorbei, wir strömen mit der Masse raus und glücklicherweise funktioniert mein innerer Kompass noch, finden wir auch unser Auto in Kürze. Zack, reingesetzt und im Warmen ist die Welt trotzdem noch nicht ganz so super, wie es jetzt eigentlich hätte sein sollen. Denn wir fahren justamente nach Hause, nach Berlin zurück. Jesus!!! Durch den Konzertstau (Stau, Stau, fucking Stau!!! Again and again!) brauchen wir über eine halbe Stunde raus aus Hamburg und haben dann noch 3 Stunden auf dem Tacho. Fucking hell!!! Ich bin müde und mache aber das beste draus und fahre einfach so vor uns hin Richtung Bett, Wärme und Ankunft, mehr ist auch nicht drin. Ich fühle mich wie Alex, der die Landstraße hinweg fegt, nur die Straßenmarkierungen sehend, alles andere an sich vorbei fliegen lässt. Es ist stockduster, zappen quasi.  Das klappt auch ganz gut, bis 1 Stunde vor dem Ziel die akute Müdigkeit mich rausfahren lässt und wir einen Powernapp in Stolpe ein nehmen. Frierend werde ich nach 45 Minuten wach und auch  wegen der Schmerzen am rechten Handrücken – ich habe super verkrampft meinen Ärmel umklammert und habe bis jetzt den Knopfabdruck an diesem. Ich beschließe weiter zu fahren und wecke Erik. Er ist auch völlig neben sich, was kein Wunder ist nach fast 24 Stunden Wachheit.. Also ab geht’s Richtung Home! Die letzten 100 km vergehen recht schnell und als wir auf die B5 abbiegen geht links von uns am Horizont schon die Sonne auf und wir beeilen uns, um vor dem Wächter der Nacht sicher ins Heim zu gelangen. Die letzten Meter verbringen wir mit allen  komplett geöffneten Fenstern, denn der Schlaf möchte gewinnen und so frieren wir uns die Pichelsdorfer durch. Das Geschenk des Wochenendes beschert uns jemand, der tatsächlich um diese Uhrzeit zur Arbeit aufbricht oder eine Party verlässt und wir vor der Tür einen Parkplatz ergattern. Unbezahlbar! Es ist 4:10 Uhr als wir in die Wohnung kommen, um nach einer letzten Zigarette den Kurzaufenthalt in Hamburg Revue passieren zu lassen und ins Bett zu gehen. What a life! What a weekend! Good to be Home!